Aloha & Namaste – Warum Surfen und Yoga zusammengehören wie Wind und Wellen

Nov, 2017

alohanamaste_titel

Sobald du irgendwo ans Meer fährst, wo man surfen kann, wirst du an der Kombination aus Surfen und Yoga nicht vorbeikommen. Auch ich arbeite gerade als Yogalehrerin in einem Surfcamp in El Palmar in Spanien und genieße meine Zeit hier in vollen Zügen.

In diesem Artikel zeige ich dir, warum Surfen und Yoga zusammengehören wie Wind und Wellen und was du von der Matte mit ins Wasser nehmen kannst.  Trotzdem ist dieser Artikel nicht nur für Surfer geschrieben und du kannst bestimmt auch als Landratte das ein oder andere für dich mitnehmen.

Balanceakt – Lerne zu fliegen

Hast du schon mal auf einem Surfboard gestanden? Oder überhaupt einen Take off versucht? Wenn ja, weißt du, wie wichtig eine gute Balance fürs Surfen ist. Dein Körper gleicht die ganze Zeit aus: die Bewegungen und Unebenheiten des Wassers, deines Surfboards und deine Geschwindigkeit.

Natürlich brauchst du viel Übung im Wasser bis du es irgendwann richtig raus hast mit dem Surfen. Damit du die Zeit im Meer aber voll auskosten kannst, lohnt es sich im Trockenen auf der Yogamatte Balanceübungen zu machen und deine Tiefenmuskulatur zu stärken.

Kraft – Bring deine Power von der Matte auf’s Board

Wenn du schon mal surfen warst, kennst du wahrscheinlich das Gefühl überall im Körper Muskelkater zu haben. Denn beim Surfen werden sehr viele Muskeln beansprucht, die du im Alltag normalerweise nur selten benutzt. Deshalb ist es wichtig, deine Schulter-, Arm-, Rücken-, Bauch- und Beinmuskulatur zu kräftigen.

Je nach dem Grad der körperlichen Anstrengung bei deiner Yogapraxis kannst du diese Bereiche dabei sehr gut stärken und dehnen. So kannst du deinen Körper gezielt auf die Anstrengung beim Surfen vorbereiten und trainieren, damit du deine wertvolle Zeit auf dem Wasser optimal nutzen kannst.

alohanamaste_5

Beweglichkeit und Flexibilität – Be water my friend*

Viele Leute drücken sich vorm Yoga mit der Ausrede: „Yoga ist nichts für mich. Dafür bin ich nicht beweglich genug“. Natürlich muss nicht jeder Yoga üben wollen, aber dieser Grund ist unlogisch, denn erst durch das Üben wird sich deine Beweglichkeit verbessern. Ich kann mir meinen Fuß auch nicht hinters Ohr klemmen und ich bin trotzdem Yogalehrerin geworden. 😉

Ein gewisses Maß an Beweglichkeit ist wichtig für unsere Vitalität, Gesundheit und unser Wohlbefinden und deshalb lohnt es sich immer daran zu arbeiten. Beim Surfen brauchst du alleine schon fürs Paddeln und dabei zur Welle schauen und den Take off eine bestimmte Mobilität. Spätestens wenn du irgendwann grüne Wellen surfst und Manöver fahren willst, sollten deine Wirbelsäule, Hüften und Knie gut beweglich sein.

*Bruce Lee

Atmung – Lass sie fließen

Die Atmung ist ganz zentral beim Yoga. Ohne das bewusste Atmen wäre Yoga kein Yoga. Beim Yoga passen wir unsere Bewegungen an die Atmung an, z.B. einatmen strecken, ausatmen nach vorne beugen. Das bewusste Atmen bringt dich sofort ins Hier und Jetzt und hilft dir, dich auf das zu konzentrieren, was du gerade machst: Yoga, oder halt Surfen. Aber darauf gehe ich gleich noch genauer ein.

Ein wichtiger Bestandteil des Yoga ist Pranayama, Atemübungen, bei denen wir lernen unseren Atem bewusst wahrzunehmen und zu regulieren. Dadurch aktivieren wir unsere Lebensenergie und bringen sie zum Fließen. Auf physiologischer Ebene liefern wir unserem Körper auf diese Weise nährenden Sauerstoff und fühlen uns vital und energiegeladen. Durch gezieltes Pranayama kannst du deine Lungenkapazität erweitern und so deine Leistungsfähigkeit und Fitness steigern. Eine erhöhte Lungenkapazität ist sehr nützlich, wenn du nach einem Wipeout eine gewisse Zeit unter Wasser bist und nicht atmen kannst.

Außerdem wirkt eine tiefe, gleichmäßige und ruhige Atmung beruhigend auf dein Nervensystem und hilft dir, auch in kritischen Situationen deine Angst wegzuatmen, keine Panik zu bekommen und einen klaren Kopf zu bewahren.

alohanamaste_2a

Konzentration und Fokus – Where focus goes, energy flows*

Was passiert, wenn du eine Welle nur halbherzig anpaddelst, weil du nicht komplett bei der Sache bist? Wahrscheinlich wird gar nichts passieren und du wirst sie nicht bekommen. Denn unsere Energie fließt dahin, worauf wir unseren Fokus richten. Sind deine Gedanken schon in der Hängematte, bist du weit von der Welle und vom Surfen entfernt. Wenn du die Welle bekommen willst, fokussiere dich voll und ganz auf diese eine Sache: Surfen.

Das Gleiche gilt vor allem bei Balanceübungen oder herausfordernden Asanas im Yoga. Diese anspruchsvollen und komplexen Übungen helfen, unseren Fokus zu schärfen und unsere Konzentrationsfähigkeit zu trainieren. Denn vor allem wenn uns ein Asana schwerfällt, müssen wir uns ganz genau dar konzentrieren und es bleibt kein Platz für die Affenbande in unserem Kopf. Andersherum wirst du merken, dass du viel schneller aus der Balance kippst, wenn du eben nicht komplett fokussiert bist.

Versuche, bei allem was du machst, präsent zu sein und es wird dir besser gelingen.

*Tony Robbins

alohanamaste_6

Alles Kopfsache – Du kannst das!

Kennst du Sätze wie „Ich kann das nicht“, „dafür bin ich nicht groß genug, nicht klein genug… was auch immer nicht genug“? Oft sind es limitierende Glaubenssätze, die uns davon abhalten neue Dinge auszuprobieren, etwas zu wagen und unser volles Potential auszuleben.
Versuche es stattdessen mal mit dem kraftvollen Satz: „Ich kann und ich werde!“.

Du kannst den Handstand, Surfen oder was auch immer mental üben. Stelle dir vor, dass du es kannst. Sieh dich auf deinen Händen balancieren oder spüre das Freiheitsgefühl, wenn du eine Welle surfst. Schau dir Video-Tutorials an, lerne von denen, die es schon können und gehe die einzelnen Schritte ganz bewusst in deinem Kopf durch.

Wenn dein Kopf bereit ist, wird dein Körper ihm folgen!

Geduld, Freude und Selbstliebe – Happy Yoga, Happy Surf!

Na klar, Surfen sieht super aus! Der Handstand auch! Aber wenn du denkst, dass du nach einer Woche Surfunterricht wie Kelly Slater voller Leichtigkeit durch die Big Waves cruist, wirst du wahrscheinlich eher deprimiert aus deinem Surfurlaub nach Hause fahren. Das Gleiche gilt beim Yoga, es braucht Zeit und Übung den Körper und vor allem die Gedanken unter Kontrolle zu bringen.

Es ist gut sich Herausforderungen zu stellen und sich immer weiterzuentwickeln, aber oft wollen wir das viel zu schnell á la „Gibt es eine App dafür?!“. Beim Yogaunterrichten ist es mir besonders wichtig, dass meine Schüler sich auf der Matte in Selbstliebe üben und sich nicht verurteilen, wenn etwas mal nicht so klappt, wie sie wollen. Wenn du egogetrieben übst und deine Bedürfnisse übergehst, kann es zu Verletzungen kommen und dann geht erst mal gar nichts mehr. Deshalb bleibe entspannt! Auf der Matte kannst du dich sowohl bei schwierigen Asanas, aber auch bei der ruhigen Yin Yoga Praxis in Geduld üben und sie dann mit aufs Wasser und in dein Leben nehmen.

Be happy und genieße deine Yogapraxis und dein Surfen. Ein gesundes Maß an Disziplin und Ehrgeiz helfen dir, dran zu bleiben und Fortschritte zu machen, aber verliere darüber nicht die Freude an der Sache. Nimm’s leicht, lache auch mal über dich und vor allem RELAX – beim Yoga und beim Surfen.

alohanamaste_4a

 

Surfen und Yoga – die Einheit für den Flow

Wie du siehst, gibt es sehr viele Gründe warum Surfen und Yoga zusammengehören und die Kombination nicht nur Trend, sondern auch wirklich sinnvoll ist.

Eine regelmäßige Yogapraxis bereitet deinen Körper und deinen Geist ganzheitlich und optimal aufs Surfen vor. Aber auch nach dem Surfen ist Yoga perfekt. Vor allem eine ruhige Yin Yoga Einheit dehnt deine Muskeln, trainiert deine Faszien und hält deine Gelenke geschmeidig.

Vielleicht kennst du diesen Moment im Line-Up. Du sitzt hinter den brechenden Wellen. Alles ist friedlich. Die Sonne wärmt deine Haut. Das Wasser kühlt deine Füße. Die sanften Wellenberge heben und senken dein Board in einem sanften Rythmus. Du fühlst dich verbunden mit dem Meer und mit allem was dich umgibt. Du bist angekommen – in diesem Moment. Das ist Surfen. Das ist Yoga.

In diesem Sinne viel Freude auf der Matte und auf dem Board… be water my friend & go with the flow! 😉

Aloha & Namaste
Deine Feli

No Responses

    Leave a Reply

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.